Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident spricht in Davos. Foto: REUTERS
Nach einem Zusammentreffen mit US-Präsident Donald Trump spricht Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj in Davos.
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Selenskyj beendet Rede in Davos
„Lassen Sie uns den Tag des Murmeltiers beenden“, sagte Selenskyj zum Ende seiner Rede in Davos und nimmt damit Bezug auf den Einstieg seines Gesprächs. Darauf folgen Fragen an Selenskyj. Wie das Treffen mit Trump gelaufen sei? Selenskyj lacht. Es sei im Interesse der Ukraine gelaufen. Inhaltlich lässt Selenskyj nichts durchblicken. Es sei ein wichtiges Treffen gewesen. Man brauche Trump an Bord für europäischen Frieden, denn Amerika sei sehr stark.
Man müsse sehen, wie das Gespräch von Trumps Unterhändler Witkoff mit Kremlchef Wladimir Putin heute Abend in Moskau verlaufe. Dabei sei die Botschaft an Putin: „Der Krieg muss aufhören.“
Selenskyj kündigt trilaterale Gespräche mit Russland und den USA an
Selenskyj kündigte ein erstes trilaterales Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Morgen und übermorgen gebe es Gespräche. „Das ist besser als gar keine Treffen“, sagte Selenskyj. Delegationen aus den drei Staaten würden dort „technische“ Gespräche führen, während der Krieg weitergehe.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte zuvor angekündigt, von Moskau direkt nach Abu Dhabi fliegen zu wollen, um über einen Plan zur Beendigung des Ukrainekriegs zu beraten. Er befindet sich derzeit wie Selenskyj auf dem Wirtschaftsgipfel im schweizerischen Davos. Von dort werde er noch am Donnerstag nach Moskau reisen. Er und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sollen dann mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenkommen.
Wolodymyr Selenskyj dpa
Selenskyj über Zusammenarbeit mit den USA
Selenskyj spricht knapp die Zusammenarbeit mit US-Präsident Trump an. Die Teams beider Länder arbeiteten jeden Tag zusammen. Eine Wertung über die Arbeit der US-Regierung lässt der ukrainische Präsident an dieser Stelle aus. Stattdessen erklärt er, die Ukraine sei bereit, Europa zu helfen, stärker zu werden.
Selenskyj: „Einige europäische Führungspersonen sind aus Europa, aber nicht für Europa“
Europa widme sich zu viel internen Streitereien. Dies halte Europa davon ab, sich zu vereinen. So würde sich Europa gegeneinander wenden, anstatt eine wirkliche globale Macht zu werden. „Europa bleibt ein wunderschönes Kaleidoskop von mittleren und kleinen Mächten, anstatt eine Großmacht zu werden“, sagt Selenskyj. Einige europäische Führungspersonen seien zwar aus Europa, aber offenbar nicht auf der Seite Europas.
Selenskyj: Europa muss mehr agieren
„Wenn Europa immer nur reagiert, wird es immer neue Gefahren und Angriffe geben“, sage Selenskyj. Der Kontinent müsse viel stärker selbst agieren. Russland baue nur Raketen, weil das Land Sanktionen umgehen könne.
Der ukrainische Präsident fordert ein stärkeres Auftreten seitens Europas.
Selenskyj fordert Verbot von Kauf russischen Öls
Selenskyj spricht auch immer wieder die Rolle der USA an – die Sicherheitsgarantien würden ohne die Vereinigten Staaten nicht funktionieren. „Ohne die USA geht es nicht“, sagt er. Der ukrainische Präsident fordert in dem Zuge, dass der Kauf von russischem Öl verboten werden müsse.
Er erklärt seine Sorge von russischen Öltankern, die die USA stoppten, Europa aber nicht. „Warum?“, fragt er.
Russlands Ölförderung ist im vergangenen Jahr trotz westlicher Sanktionen und ukrainischer Drohnenangriffe nur leicht gesunken. Die Produktion schrumpfte um 0,8 Prozent im Vergleich zu 2024 auf 10,28 Millionen Barrel pro Tag, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten hervorging. Dies entspricht rund einem Zehntel der weltweiten Förderung.
Selenskyj: In Europa gibt es immer etwas, das wichtiger ist, als Gerechtigkeit
Vergangenes Jahr habe er, Selenskyj, Davos mit den Worten „Europa muss sich selbst verteidigen“ beendet. Diese Worte könne Selenskyj wiederholen, sagt er mit Blick auf das aktuelle Thema Grönland. Aktuell sei viel über den Iran gesprochen worden – und dennoch seien die Proteste dort laut Selenskyj „in Blut ertrunken“.
Mit Blick auf Wladimir Putin sagt er: Für Europa gebe es immer wieder etwas, was wichtiger sei, als Gerechtigkeit. Zwar hätten Frankreich und Großbritannien inzwischen Truppen für Sicherheitsgarantien zugesagt, doch ein dafür nötiger Waffenstillstand sei nur durch die USA zu erreichen. „Ohne die USA geht es nicht“, sagt Selenskyj.
Selenskyj beginnt Ansprache in Davos
Wolodymyr Selenskyj, Ukraines Präsident, beginnt seine Rede beim WEF in Davos. Er beginnt diese mit der Ansprache „Liebe Freunde“ – und einem Vergleich mit dem Film „Täglich grüßt das Murmeltier“. Der Film porträtiert ein Leben, das sich täglich wiederholt. So sei aber auch die Realität in der Ukraine, wie ein Blick auf den Davos-Gipfel im vergangenen Jahr zeige.
Selenskyj spricht nach Treffen mit US-Präsident Trump in Davos
Nach einem Zusammentreffen mit US-Präsident Donald Trump spricht Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj in Davos. Im Mittelpunkt des vorangegangenen Treffens standen die Bemühungen um ein Ende des seit fast vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Trump hatte die Begegnung am Vortag in Davos angekündigt. Selenskyj, der zunächst keine Reise in die Schweiz geplant hatte, reiste am Donnerstagvormittag an. Um einen möglichen Ausweg aus dem Krieg soll es am Abend auch in Moskau gehen. Dort empfängt Präsident Wladimir Putin Trumps Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner.
Trump: Treffen mit Selenskyj lief sehr gut
US-Präsident Donald Trump spricht von einem sehr guten Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Die Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin laute, dass der Krieg enden müsse, sagt Trump in Davos. Eine Stellungnahme der Regierung in Kiew liegt zunächst nicht vor. Nach Angaben des US-Präsidialamts dauerte das Gespräch etwa eine Stunde.
Trump und Selenskyj treffen sich
In Davos beginnt nach Angaben der Regierung in Kiew das Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj.
Friedensrat-Termin beendet
Donald Trump verlässt die Bühne in Davos und geht dabei an den Reportern vorbei. „Ein großer Tag“, sagt er.
Martin Greive
US-Außenminister Rubio lobt Trump
US-Außenminister Marco Rubio ergreift nun das Wort – und zählt auf, warum er Donald Trump für so erfolgreich und wichtig für den Weltfrieden hält. Rubio kritisiert auch, dass die etablierten Institutionen nichts zur Lösung der Konflikte beigetragen hätten, die die USA jetzt selbst beendet hätten. Daran seien auch Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn, und Steve Witkoff, sein Vertrauter und Sondergesandter, maßgeblich beteiligt gewesen. Der Wortbeitrag endet nach wenigen Minuten.
Staaten unterschreiben Friedensrat-Papier
Nun unterschreibt Trump zusammen mit Vertretern aus Bahrain und Marokko die „Charta“ des „Board of Peace“. Er erklärt vorher nicht, was genau in der Charta steht. Seine Pressesprecherin Karoline Leavitt begibt sich parallel ans Rednerpult. Nach und nach werden auch alle anderen Vertreter auf der Bühne zu Trump gebeten. Unterschrift, Händeschütteln, weiter geht es.
Auch zwei EU-Staaten sind darunter: Für Ungarn ist Ministerpräsident Viktor Orban auf der Bühne, für Bulgarien Ministerpräsident Rosen Zhelyakov.
Der US-Präsident hält eine unterzeichnete Gründungsurkunde bei der Sitzung des „Board of Peace“ hoch. AFP
Trump: „Die Welt ist eine Region“
„Das ist nicht nur eine Chance, es wird passieren: Wir werden Jahrzehnte des Blutvergießens beenden und ewig Frieden schaffen“, sagt Trump. „In dieser Region“, sagt er, um sich dann zu korrigieren: „Ich meine die Welt, die Welt ist eine Region“.
Trump deutet Zusammenarbeit von Friedensrat und UN an
„Wir werden in Gaza sehr erfolgreich sein“, verspricht Trump. Sobald der Friedensrat funktioniere, werde man mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten, die großes Potenzial und „einige gute Leute“ hätten. Er selbst habe nie mit den UN auch nur über einen der Kriege gesprochen, die er beendet habe. Aber der Friedensrat und die UN gemeinsam könnten Großes erreichen.
Trump spricht über Entwicklungshilfe
Trump behauptet im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten, die USA hätten mehr Entwicklungshilfe denn je ermöglicht. Dabei bleibt unklar, was er genau meint. Die Trump-Regierung hat die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit weltweit massiv zusammengestrichen.
Details zum Friedensrat
Heute werde er neue Details über das „Board of Peace“ bekanntgeben, das er als Vorsitzender leite. „Ich nehme das sehr ernst“, versichert er. Weitere Staaten würden sich anschließen, nicht nur jene, die in Davos auf der Bühne sitzen. Alle dort seien seine Freunde. „Von denen mag ich alle, können Sie das glauben? Normalerweise sind da immer ein oder zwei, die ich nicht mag.“
Ursprünglich war der „Friedensrat“ Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen. Das Gremium sollte eine Übergangsregierung beaufsichtigen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte und sich der „Friedensrat“ um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Kritiker sprechen daher davon, dass es Trump darum gehen könnte, eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen zu schaffen.
Trump behauptet, Venezuela sei froh über Maduros Entführung
„Die Menschen in Venezuela sind sehr froh darüber“, kommentiert Trump die Entführung von Präsident Nicolás Maduro aus Cáracas. Er sieht eine florierende Wirtschaft in Venzuelas Zukunft, sagt Trump – ebenfalls ein Punkt, den er bereits am Vortag ansprach und nun wiederholt. „Der Militäreinsatz da war einfach genial“, sagt Trump.
Kritik an Spanien
Trump kritisiert Spanien dafür, dass es sich nicht verpflichtet habe, fünf Prozent der Wirtschaftsleistung in Verteidigung zu investieren. Alle anderen Nato-Mitglieder habe er dazu gebracht. „Wir müssen mit Spanien reden“, sagt Trump.
Trump über Weltlage: „Es beruhigt sich wirklich“
„Es beruhigt sich wirklich“, sagt Trump mit Blick auf die Weltlage. In Nigeria hätten die USA Terroristen ausgelöscht, die Tausende Christen getötet hätten. Das sei nur möglich, weil er das US-Militär mit enormen Finanzmitteln ausbaue, was wiederum nur durch die grandiose wirtschaftliche Lage möglich sei. „Sie werden sehr zufrieden mit ihren Investitionen sein“, sagt Trump an internationale Investoren gewandt.
Donald Trump bei seiner Rede AP
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