Brüssel, Berlin. Es war eine überraschende Wendung beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Nachdem Donald Trump am Mittwoch in seiner Rede zunächst seinen Besitzanspruch auf Grönland noch bekräftigt hatte, zog der US-Präsident später seine Zolldrohung gegen acht europäische Länder zurück. Er habe mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte einen Grönland-Deal vereinbart, von dem alle Verbündeten profitierten, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social.
Wie genau der Deal aussieht, ist noch unklar. Entscheidend war, dass Trump seinen Handelskrieg gegen Europa vorerst abgeblasen hat. Und wieder war es Rutte, der den sprunghaften US-Präsidenten befriedete und damit seinen Ruf als „Trump-Flüsterer“ bestätigte.
Schon beim Nato-Gipfel in Den Haag im vergangenen Juli hatte der Niederländer das politische Kunststück vollbracht, dass Trump hochzufrieden abreiste, nachdem sich die Nato-Verbündeten zu einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung bekannt hatten.
Kompromiss hinter den Kulissen
Beide Spitzentreffen folgten dem gleichen Muster: In den Tagen zuvor wurden die Warnungen aus Washington immer schriller, bevor Trump dann auf dem Gipfel einlenkte und dies als großen Sieg darstellte. Rutte machte sich die Vorliebe des US-Präsidenten, alles zu seinem persönlichen Erfolg zu erklären, gezielt zunutze.
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