Mercosur: „Ohne Kompass“: Grünen-Spitze stellt sich nach EU-Abstimmung gegen eigene Abgeordnete
Berlin. Zeitliche Koexistenzen führen manchmal zum Verhängnis. Als der kanadische Premierminister Mark Carney am Mittwoch in Davos US-Präsident Donald Trump öffentlich kritisierte, waren auf den Accounts fast aller Grünen-Spitzenpolitiker Lobeshymnen zu lesen. Mit Carneys Ansatz sei der Multilateralismus noch zu retten.
Doch fast zeitgleich zu Carneys Rede machte ein Abstimmungsergebnis aus dem Europaparlament die Runde: Die Abgeordneten entschieden, das gerade erst unterzeichnete Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten noch einmal durch den Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen. Das kann bis zu zwei Jahre dauern.
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Dabei gilt das Abkommen gerade für die deutsche Wirtschaft als wichtig für mehr Unabhängigkeit von den USA. Unter den grünen Multilateralismus-Aufrufen in den sozialen Netzwerken fand sich deshalb anstelle von Zuspruch Häme, so weit das Auge reicht.
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